|
Inzwischen ist man sich relativ einig darüber, wie die Haue eines Eisgerätes geschliffen sein sollte. Trotzdem sind einige Eisgeräte immer noch mit suboptimalen Hauen im Neuzustand ausgestattet. Aber selbst wenn man ein Eisgerät mit gutem Hauendesign besitzt, irgendwann wird jedes Eisgerät stumpf. Dann sollte man natürlich wissen, wie man sie wieder in den richtigen Zustand bringt.
Der Schliff ist natürlich abhängig vom Einsatzzweck. Dieser Artikel bezieht sich auf das Klettern im Steileis. Beim Mixedklettern oder Drytooling sind wieder andere Aspekte zu beachten.
Der Zeitaufwand, um eine Haue in seine optimale Form zu bringen beträgt etwa 30 Minuten. Als Werkzeug benötigt man eine Schlichtfeile, eine Rundfeile, eine Drahtbürste und einen Schraubstock. Eisäxte werden immer von Hand geschliffen, nie mit einer Schleifmaschine, da die Haue sonst zu warm werden könnte, dies kann die Stabilität der Haue enorm herabsenken. Die Spitze und die Form des Schnabels ist entscheidend darüber, wie gut die Haue im Eis hält und sich fest beißt. Speziell der untere Winkel des Schnabels ist dafür verantwortlich.
 Ist der Winkel nahezu waagerecht, wie bei vielen alten Hauen, zieht sich das Gerät nicht tiefer ins Eis. Die Haue wird durch das Gewicht und den Zug des Kletterers nach unten, vielleicht sogar etwas nach aussen gezogen. Weist der Schnabel wie in abb.2 einen Winkel größer null auf, wird die Haue tiefer ins Eis gezogen. Je Steiler das Eis ist, desto steiler muss auch der Winkel sein. Im überhängenden Gletscherbrüchen also lieber 40 als 30 Grad. Zu weit sollte man mit dem Winkel auch nicht gehen, da die Haue damit immer Dünner und die Kerbwirkung immer höher wird.
Die Form der Oberseite ist dagegen dafür verantwortlich, wie gut die Haue in das Eis eindringt. Dabei ist der “Geierschnabel” der Kanten der älteren Hauen überlegen. Je spitzer der Winkel der oberen Kante ist, desto leichter dringt die Axt ins Eis ein und um so geringer ist deren Spregwirkung (abb3). Von diesem Winkel und dem Winkel mit dem die Zähne seitlich angespitzt sind, ist ausserdem abhängig wie gut sich das Gerät wieder lösen lässt. Je spitzer, um so stärker ist die Schneidwirkung der Klinge. Auch hier gilt allerdings wieder, dass man das schärfen nicht übertreiben sollte, da eine besonders scharfe Klinge auch schnell wieder stumpf wird und verbiegt. Alle diese Maßnahmen werden mit der Schlichtfeile durchgeführt, mit der Rundfeile können die einzelnen Zähne noch geschärft werde. Mit der Drahtbürste wird die Oberfläche gesäubert. Je glatter die Schleifstellen sind, um so leichter gleitet die Schneide durchs Eis. |